Seit 125 Jahren ein Raiffeisen-Dorf

Auch in Aufhausen hat die RVB Ries ihre Wurzeln und feierte mit den Mitgliedern das Jubiläum der Genossenschaftsgründung

250 Euro für jeden Aufhausener Verein: Als Geburtstagsgeschenk gingen 1.250 Euro in den Ort. Unser Bild zeigt von links: Vorstandsvorsitzender Paul Ritter, Georg Eberhardt (Kriegerverein), Antonie Thum (Gartenbauverein), Thomas Eberle (FFW Aufhausen), Jürgen Link (Grenzschützen), Timo Thum (Posaunenchor), Joachim Voit (Bereichsleiter RVB Ries), Prof. Markus Glück (Aufsichtsratsvorsitzender), Bernhard Ströbele (Vorstandsmitglied). Foto: Christina Zuber

 

1892 haben Aufhausener Bürger einen Darlehenskassenverein gegründet und waren damit ganz vorne dabei in der Region. Später firmierte der Verein unter Raiffeisenkasse Aufhausen, wuchs zur Raiffeisenbank Oberes Kesseltal und schloss sich 2003 schließlich mit der Raiffeisen-Volksbank Ries zusammen. Die Raiffeisen-Volksbank Ries hat also auch in Aufhausen ihre Wurzeln. So wurde das 125-jährige Gründungsjubiläum groß gefeiert. Dabei war ganz wörtlich „das halbe Dorf“ auf den Beinen: als Gäste beim Kindernachmittag, als Gäste beim Festabend, als Musiker des Posaunenchors oder als Helfer in der Küche und im Service des Schützenheims. Horst Wunder, genossenschaftlicher Beirat, führte sehr unterhaltsam und herzlich durch das Programm.

In seiner Festansprache zeigte Vorstandsvorsitzender Paul Ritter die Entwicklung Deutschlands im 19. Jahrhundert nach. Lange Tage mit körperlich schwerer Arbeit waren auch im Ries die Normalität. Die Industrialisierung begann, der Handel mit Geld wurde üblich und brachte neue Probleme für die oft unerfahrene Landbevölkerung mit sich.

In einer Genossenschaft konnten auch die Aufhausener ihre eigenen Entscheidungen treffen, sich selbst verwalten und selbst helfen. Gemeinsam wurden Maschinen und Saatgut angeschafft. Der genossenschaftliche Grundsatz „Einer für alle, alle für einen“ wurde gelebt. Oft waren es die Genossenschafter, die in ihren Orten die Vordenker waren und etwas auf die Beine gestellt haben. Einen von ihnen nannte Ritter stellvertretend: Friedrich Benning war in den 60er-Jahren als ehrenamtlicher Vorstand der Raiffeisen-Genossenschaft tätig.

Bereichsleiter Joachim Voit gab den über 100 Gästen beim Festabend einen historischen Abriss. Viele ältere Mitglieder konnten sich noch erinnern, wie man für ein paar Groschen beim Abladen von Waren geholfen hatte und dass der Rechner meist am Sonntag besucht wurde.

Bürgermeister Werner Thum bezeichnete in seinem Grußwort die Raiffeisen-Genossenschaft als unverzichtbare Einrichtung, bedauerte aber, dass jüngst beim Thema Lagerhaus dem Wandel der Zeit Rechnung getragen wurde. Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Markus Glück gratulierte ebenfalls zum Jubiläum und bedankte sich für das schöne Fest.

Als Geburtstagsgeschenk für die Aufhausener Vereine brachte die RVB Ries einen großen Scheck mit. 1.250 Euro gingen an fünf Vereine, die damit in ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstützt werden. -zub-

 

veröffentlicht im Februar 2017