9. Donau-Rieser Heimatpreis

Auszeichnen, was Heimat attraktiv macht

Volks- und Raiffeisenbanken schreiben 9. Donau-Rieser Heimatpreis aus – Fast
13.000 Euro Preisgelder - Sonderpreis für Jugendliche – Bewerbungsbroschüre online und am Schalter

Menschen aus dem Landkreis auszuzeichnen, die sich mit engagierten Projekten für ihre Heimat stark machen: Das ist das Anliegen des Donau-Rieser Heimatpreises. Er wird alle drei Jahre von den Volksbanken Raiffeisenbanken vergeben. Die zwölf Preisträger in vier Sparten erhalten insgesamt fast 13.000 Euro in drei Kategorien: „Umwelt und Natur“, „Architektur und Ortsplanung“ sowie „Kultur und Gemeinschaft“. Auch den Sonderpreis „Junges Donau-Ries“ gibt es wieder für junge Teilnehmer bis 20 Jahre.

Wer die Sieger 2017 sein werden, darüber entscheidet eine 14-köpfige Landkreis-Jury durch Punktvergabe. Die Verleihung des „Donau-Rieser Heimatpreises“ findet am 24. November 2017 im Klösterle in Nördlingen statt. Eingereicht werden können Projekte, die ab 2011 bis heute verwirklicht wurden. Die Bewerbungsbroschüre finden Sie hier online sowie in allen Geschäftsstellen. Wir sind gespannt auf Ihre Bewerbung!

Preisträger 2013

Sparte: Umwelt und Natur

Gartenbau- und Verschönerungsverein Munningen

Lehrgarten für die „Grünschnäbel“ und Teilkultivierung einer ehemaligen Kläranlage

Dieses engagierte Projekt überzeugte nicht nur durch den hohen Arbeitseinsatz, sondern auch durch die besonders liebevolle Bewerbungsmappe. Dabei kommt die alte Kläranlage selbst zu Wort und beschreibt aus ihrer Perspektive die Phasen ihrer wundersamen Verwandlung hin zum blühenden Lehrgarten für die Jugendabteilung des Vereins.

2. Preis: Gemeinde Wolferstadt: Schulwald - Arboretum Wolferstadt

Ein Projekt von Grundschule, Gemeinde und Revierförster. Der Kontakt zur Natur geht auch
für Kinder auf dem Land oft verloren. Außerschulische Lernorte wie der Schulwald wecken
Interesse: Hier können Kinder mit Kopf, Herz und Hand „begreifen". Sie erleben nachhaltig
das Wachsen ihres Baumes und entwickeln Bereitschaft, die Natur ihrer Heimat zu schützen.

3. Preis: Heide-Allianz: Ein Naturschutzprojekt setzt ökonomische Akzente

Die Heide-Allianz will den Magerrasen am Riesrand, an der Monheimer Alb und am
Wörnitzdurchbruch erhalten. Verbunden wird dies mit der ökonomischen Sicherung der
Schäfereibetriebe durch Vermarktung ihrer Produkte und die Zusammenarbeit mit Geopark
und Gastronomie. Das „Donau-Rieser Heide-Lamm" als Marke und die gutbesuchten
Schaftage sensibilisieren die Bevölkerung.

Sparte: Architektur und Ortsplanung

Friedrich, Dieter und Christoph Arlt (F. ARLT GmbH & Co. KG)

Das Schlössle in Nördlingen

Fast wäre das „Schlössle“ einer Umgehungsstraße gewichen. Heute ist das Herrenhaus im oberitalienischen Villenstil ein historisches Schmuckstück der Stadt. Gutbürgerlich speisen, wo einst der Adel residierte: Der moderne Gastronomiebetrieb sorgt für neue Akzente, der historische Stucksaal im Obergeschoss ist wieder das Prunkstück dieses Bauwerks von 1710. Detailgetreu und nach Denkmalschutz-Vorgaben wurde das schlummernde Schlössle mit viel Idealismus, Ausdauer und hohem finanziellen Aufwand aus dem Dornröschenschlaf erweckt.

2. Preis: Sabine Richter und Erich Böswald: Umbau des ehemaligen Predigerhauses und Frühmess-Benefiziums in Wemding

Das Gebäude von 1454 war dem Verfall preisgegeben. Die Preisträger restaurierten in filligraner
Kleinarbeit Stuckelemente, Balustertreppe, Barocktüren, Holzbalkendecken und Außenfassade. Ein Kleinod im Wemdinger Ensemble entstand.

2. Preis: Martina und Martin Stumpf: Sanierung und Wohnkonzept Winter‘sches Haus in Nördlingen

Das Fachwerkhaus des Lodwebers Jakob Winter von 1678 wurde renoviert, energetisch ertüch -
tigt und ist eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der Nördlinger Bürgerhauskultur. Es zeigt, dass
sich Denkmalschutz, Klimaschutz und ein sinnvolles Nutzungskonzept durch Vermietung nicht
ausschließen.

2. Preis: Gemeinde Maihingen: Das Pfarrhaus in Utzwingen

Die Gemeinde hat das marode Pfarrhaus von 1750 von der Kirchenstiftung erworben. 640.000 Euro wurden in die Sanierung investiert. 210.000 Euro kamen von öffentlicher Hand dazu. Auch dank der Eigenleistung vieler Gemeindemitglieder konnte das Pfarrhaus wieder seine volle Pracht entfalten.

Sparte: Kultur und Gemeinschaft

Gemeinde Rögling / Dorferneuerung

Auf den Spuren der Nadler – Ein Dorf erzählt seine Geschichte

Außer einer Handvoll Nadeln und einem Zunftbuch war nicht viel geblieben vom blühenden Gewerbe der Nadler, für das Rögling jahrhundertelang berühmt war. So entstand die Idee, das Dorf selbst zum Ausstellungsort zu machen: Nadlerpforte, Nadlerstraße, Nadlerbrunnen, Nadlerfries... Für Besucher gibt es viel zu entdecken, für die Röglinger bedeutet dieses Projekt eine starke Identifikation und Stolz auf die eigene Geschichte. Bei Aktionen und Festen lebt das alte Nadlerhandwerk wieder auf. Gekrönt wird das Engagement von einem Gemeinschaftshaus mit Dorfladen, dem Nadlerhaus.

2. Preis: Balgheimer Dorf-Stiftung: Sanierung und Erhalt des Vogelbauer-Anwesens

Der Urhof aus alemannischer Zeit ist bedeutendes Zeugnis einer Rieser Hofanlange. In über
fünf Jahren und 10.000 Stunden Eigenleistung wurde eine denkmalverträgliche Nutzung
geschaffen, ein lebendiger Dialog mit der Vergangenheit. Fast ganz Balgheim engagiert
sich in der Dorf-Gemeinschaft e.V. Im Vogelbauerhof finden Konzerte, Vorträge, Feiern und
Märkte statt.

3. Preis: Heimat- und Brauchtumsverein D.E.R. B.O.T.e: Ortsfamilienbücher der Großgemeinde Tapfheim

Bei diesem Mammutprojekt wurden alle Ortsfamilienbücher der Großgemeinde Tapfheim
auf über 1000 Seiten veröffentlicht: Jahrzehntelang wurde recherchiert. Viele Familien sind
bis ins ausgehende Mittelalter nachweisbar. Stolz und Stärkung der Dorfgemeinschaft waren
– neben dem wissenschaftlichen Aspekt – das Resultat.

3. Preis: Bürgerhaus Lehmingen UG: „Dorfgemeinschaft unter einem Dach“

Musterlösung wie ein kleines, aber vitales Dorf es schaffte, nach dem Wegfall der letzten
Dorfwirtschaft eine neue Dorfgemeinschaft zu errichten. Das marode Schulhaus wurde in
7000 Stunden Eigenleistung wiederbelebt: 111 der 300 Lehminger packten mit an und das
Bürgerhaus wurde generationsübergreifender Anlaufpunkt für unterschiedlichste Gruppen.

Sparte: Junges Donau-Ries

„Moviebande“ Grundschule Mitte, Nördlingen

Vier Filme (Erste Hilfe auf dem Schulweg – Die zerstörte Zukunft – Die Samtpfoten – Hexenverfolgung am Weinmarkt)

Die „Moviebande“ ist eine Film-AG aus Schülern der 3. und 4. Klassen. Vier selbstgedrehte Dokumentationen wurden eingereicht, die auch in der Schule zum Einsatz kommen. Besonders anspruchsvoll war der Umgang mit dem Thema Hexenverfolgung. Hierzu erstellten die Jungfilmer ein Sonderheft, einen Dokumentarfilm, recherchierten im Internet, sprachen mit Stadtarchivar und Touristikführerin. Mit viel Engagement legte sich die Moviebande ins Zeug und lernte obendrein den technischen Umgang mit der Kamera.

2. Platz: Staatliche Realschule Rain: Realschüler zeigen soziales Engagement und Verantwortungsbewusstsein im Kreisseniorenheim Rain

Realschüler engagieren sich hier schon seit über 30 Jahren. Schüler und Lehrer der Klassen 5
bis 10 arbeiten eng zusammen: Sie veranstalten im Altenheim musikalische Feiern, begleiten
Menschen im Rollstuhl und unterhalten sich. So entwickeln die Schüler Sensibilität im Umgang
mit alten Menschen und sind stolz, wenn sie ihnen Freude bereiten können.

3. Platz: Albrecht-Ernst Gymnasium Oettingen: Musikensembles des AEG - aktiv in der Heimat

Im AEG gibt es eine lange Tradition auch außerhalb der der Schule in verschiedenen
Einrichtungen zu musizieren. Durch die Musik wird der Austausch mit anderen Menschen
gestärkt: Mitbürger, Kindergartenkinder und alte Menschen erfahren durch die Emotionen
viel Freude und lassen sich für Musik begeistern.

Anerkennungspreis: ParKi’s Kinderbetreuung Donauwörth-Parkstadt

Die ParKi‘s haben eine Betreuung für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren gegründet. «Wir wollen
eine Vorbildfunktion für Jüngere übernehmen und positiven Zusammenhalt weitergeben".
Bis zu 15 Kinder erleben ein Kontrastprogramm zu Fernsehen und Computer, bei dem soziale
Kontakte, auch zu anderen Kulturkreisen, und viel Bewegung im Vordergrund stehen.

Preisträger 2010

Sparte: Ökonomie und Ökologie

Arbeitskreis Natur Erleben (BC Blossenau) – Kräuterhäusl Blossenau

Der BC Blossenau (Tagmersheim) hat es sich mit seiner Initiative „Natur Erleben“ zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung für die Natur zwischen Ries und Altmühl zu sensibilisieren. Mit verschiedenen Aktivitäten und vielen KreAKTIV Programmen fördert er eine emotionale und verantwortungsbewusste Beziehung zur Natur, vermittelt Wissenswertes über die Natur, Umwelt und Gesundheit, weist auf Pflanzen und Tiere hin und zeigt Naturereignisse anschaulich auf. Mit all dem möchte er das Wertvollste in der Region zwischen Ries und Altmühl erhalten, nämlich die Natur. Seit 2005 engagiert sich der BC Blossenau beispielhaft für ein Leben mit der Natur, in der Natur und von der Natur. Neben zahlreichen Projekten entstand 2007 durch Eigenfinanzierung und Spenden das „Kräuterhäusl“. Ein Jahr später gründete sich der Arbeitskreis Natur Erleben, der das Kräuterhäusl mit Leben erfüllt und mit regionalen Programmen, Angeboten und Aktivitäten den regionalen Lebensraum attraktiv gestaltet, um somit Jung und Alt zum Erleben und Kennenlernen unserer Heimat einzuladen.

Sparte: Architektur und Ortsplanung

Förderverein zur Erhaltung der Hofwirtschaft mit Vereins- und Bürgerzentrum e.V. Kaisheim

Die Hofwirtschaft, errichtet 1659, hatte ursprünglich Dorfplatzcharakter als Treffpunkt
für die Bevölkerung. Nach dem Verlassen des letzten Pächters 2002 lag die Hofwirtschaft samt Vorfläche brach und war in einem desolaten Zustand. Im Juni 2005 gründete sich der Förderverein, der die Hofwirtschaft kaufte und beispielhaft Umbau und Modernisierung in Angriff nahm. Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde das Gebäude im Herbst 2009 fertiggestellt. 230 Kaisheimer Bürger haben über 23.000 Arbeitsstunden eingebracht. Fünf Ziele wurden erreicht:
1) Es ist gelungen, Kaisheim wieder seine charakteristische Identität zu verleihen und den historisch gewachsenen Ortskern zu beleben.
2) Ein zentrales, denkmalgeschütztes Gebäude konnte erhalten werden.
3) Durch die vielen Eigenleistungen am Gebäude wurde das „Wir-Gefühl“ erheblich gestärkt.
4) Kaisheim hat wieder einen Mittelpunkt.
5) Vereine haben eine Heimat gefunden.

Sparte: Kultur und Gmeinschaft

Förderverein Steinerne Brücke Harburg e.V.

Erhalt der historischen Brücke in Harburg

2005 ergab ein Gutachten, dass die Steinerne Brücke in Harburg akut einsturzgefährdet war und dringend saniert werden musste. Noch im selben Jahr bildete sich ein Förderverein. Ziel war es, die Brückensanierung ideell, aber auch materiell zu unterstützen und 25.000 Euro aufzubringen. Nach umfangreichen Sanierungs maß nah - men konnte im Sommer 2008 die Brücke ihrer Bestimmung übergeben werden. Das finanzielle Ziel des Fördervereins wurde mehr als erreicht – ein klares Zeichen, dass vielen Harburgern die Brücke sehr viel bedeutet. Neben zahlreichen Spenden trugen auch viele Aktionen des Fördervereins Früchte, z. B. die Auf lage eines Kindermalbuches, eines historischen Postkarten-Sets sowie einer Sondermünze. Der Verein nahm an Märkten teil, führte Schlachtpartien und Weinproben durch. Auch der Erlös vieler Aktionen von Vereinen sowie der Grund- und Hauptschule floss der Brücke zu. Alle Harburger Bürger haben mit angepackt, zusammengeholfen und an einem Strang gezogen – ein beispielhaftes Miteinander!

Die Broschüre zum Durchblättern.